"Manic Monday" - Die neue Kolumne von Sarah Alles

Liebe Welt!
Warum bist du nur so zerstörerisch? Manchmal weiß ich gar nicht warum ich hier bin. Zu welchem Zweck? 
 
Foto: Ralph Penno Austattung: Alice’s Pig
Wie euch alle machen auch mich die Ereignisse in Paris und im Libanon sehr traurig. Ich fühle mich machtlos und weiß nicht was ich als Einzelperson schon ausrichten oder verändern kann.
Und dann fühle ich mich schlecht, weil ich mich die letzte Woche damit beschäftigt habe, ob ich mir die Haare kurz schneiden soll.
Oder wie gut besucht mein Theaterstück wohl sein wird, wenn der US-Drehbuchautor jetzt extra nach Berlin kommt, um es sich anzuschauen? http://sarahalles.com/veranstaltungen/hard-candy-die-letzte
Sind das Themen die überhaupt noch Relevanz haben?

Ich finde schon. Allerdings sollte man den Gesamtkontext, in dem man sich befindet, niemals vergessen. Mir passiert das nämlich manchmal, zum Beispiel wenn ich mich darüber ärgere, dass ich eine Rolle nicht bekommen habe. Dabei vergesse ich dann, wie gut es mir eigentlich geht.
Und klar: beschäftigen uns unsere Alltagsprobleme, denn auch wenn sie klein sind, bleiben Sie für uns nun mal Probleme. Doch zu wissen dass man sich gerade mit einem Luxus-Problem herumschlägt, sollte einem die super Lage verdeutlichen, in der man sich befindet.

Und auch auf die Frage, was ich als Einzelperson schon tun kann, habe ich für mich eine Antwort gefunden.
Sehr viel. Ich kann mich politisch und sozial interessieren und engagieren. 
Ich kann an Tagen, an denen ich frei habe (weil ich eine Rolle nicht bekommen haben :-), ehrenamtlich im Flüchtlingsheim Moabit arbeiten, Kindern aus Büchern vorlesen oder mit ihnen spielen. 
Ich kann am 29. November auf den "Global Climate March" gehen. 
Ich kann für die Aktion "Masche für Masche" ein paar Sachen Stricken und so Inderinnen aus der Arbeitssklaverei helfen. 
Ich kann mir ganz genau aussuchen, an welcher Stelle ich helfen möchte.

OK, ich kann allein nichts gegen die IS ausrichten. Aber ich könnte zum Beispiel eine Demo gegen Deutschland als Waffenlieferant ins Leben rufen. Wir können alle etwas tun. Egal auf welche Art und Weise. Wer traurig ist, sollte nicht nur sein Profilbild auf Facebook ändern, sondern mit mindestens einer Aktion was Gutes tun, dann wäre schon sehr  viel getan. Da ich selbst vor kurzem in einer kleinen privaten Krise war und gesehen habe, wieviele kreative Ideen und neue Dinge daraus entstanden sind, glaube ich, dass aus jeder Krise irgendetwas Tolles entstehen kann, wenn man sich nicht in eine Traurigkeit fallen lässt, sondern die krisenhafte Energie in nützliche Betriebsamkeit umwandelt. 

Liebe Grüße
Sarah

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