Nachgefragt: Torsten Scholz (Beatsteaks)

Nachgefragt. Ich habe mich mit Torsten Scholz, Bassist der Beatsteaks unterhalten. Er hat mir erzählt, was es bedeutet, große Hallen zu füllen, wie er zu seinem neuesten Tattoo gekommen ist und was die Beatsteaks für 2015 geplant haben. Das und mehr erfahrt ihr in unserem Interview mit dem sympathischen Berliner. Und - Torsten hat mir für zwei von Euch noch was mitgegeben. Was es ist und wie ihr gewinnen könnt, erfahrt ihr am Ende des Interviews. Seid gespannt!

Mrs. Couture*: Nächstes Jahr gibt’s die ‚Beatsteaks‘ 20 Jahre. Was ist das für ein Gefühl, solange im Business zu sein und ganz große Hallen mit begeisterten Fans zu füllen?
Torsten: Wie das nun mit 20 Jahren Banderfahrung ist weiß ich nicht, ich bin ja erst seit 15 Jahren dabei. Die Frage relativiere ich ganz gerne mal. Man hat ja nicht die ganze Zeit in so großen Hallen gespielt und man ist auch nicht immer so präsent wie jetzt in den sechs Wochen wo wir auf Tour sind. Wir sind halt eine Band, die schon immer ihre Konzerte gespielt hat, in den ersten Jahren viel, viel kleiner als heute. Da sind wir in Clubs gefahren und haben vor 300 Leuten gespielt. Das hat sich zum Ende hin jetzt etwas geändert, aber das ist ganz klar nicht der Normalzustand. So eine Tour gibt’s  alle drei Jahre mal und dann sind es fünf oder sechs Wochen. Da spielen wir dann halt mal in Hallen wie der Münsterlandhalle oder in Dortmund. Die restlichen elf Monate spielen wir dann halt die normalen Konzerte vor gut 1000 Leuten. Diese Wahrnehmung, die man durch die Medien hat ist nicht Normalität. Das hat sich alles ganz langsam entwickelt. Irgendwann hat man gemerkt, gut Gleis22 ist zu klein, was ist denn mit dem Club oder mit dem Club, irgendwann ist es die kleine Stadthalle geworden und schließlich auch größere Hallen. Das ist natürlich ein riesen großes Glück und da dankt man halt – wem auch immer – für. Man darf das Ganze aber meiner Meinung nach auch nicht überbewerten. Ich bin froh, dass wir alle gesund sind, uns noch nicht die Köppe eingeschlagen haben und Spaß am Mukke machen haben. Das alles ist viel wichtiger als große Hallen und viele Leute.



Mrs. Couture*: Was war der schönste Moment in deinen 15 Jahren Karriere?
T.S.: Was total schön war – wir haben mal in Karlsruhe bei einem Umsonst und Draußen Event gespielt, „Das Fest“ heißt das Ding, und da standen dann irgendwann 120.000 Leute vor der Bühne. Das ist dann schon ziemlich beeindruckend. Es gab aber auch tolle Konzerte in Wohnzimmern. Wir haben vor gefühlten hundert Jahren in einer Leipziger WG gespielt. Da waren drei Mädels und ein Typ, die hatten eine WG. Mit Kicker in der Küche, wie es sich für eine richtige WG halt gehört und wir haben dann unseren Kram da angeschleppt und für die gespielt. Die hatten die Badewanne voller Bier, haben eine Bowle gemacht und dann mussten wir nachher natürlich noch mit denen das Bier austrinken. Das war ein toller Tag und hat uns auch echt Spaß gemacht. Die ganze Aktion ist eigentlich auch dadurch entstanden, dass ein Freund von uns bei Eastpak gearbeitet hat. Eastpak hat sich damals sehr um Musiksachen gekümmert haben. Die wollten mit uns was Besonderes machen und haben gesagt wir losen und suchen drei oder vier WG’s. Die nettesten WG‘s hatten gewonnen. Wir haben uns in den Bulli gesetzt und sind dahin gefahren. Das war in Chemnitz, in Leipzig, irgendwo im Süden Deutschlands und noch irgendwo. Es hat echt bock gemacht. Das war schon ne tolle Sache.

Mrs. Couture*: Euer Album heißt ‚Beatsteaks‘. Wieso gerade jetzt ein Album mit eurem Bandnamen?
T.S.: Weil uns jetzt nichts anderes eingefallen ist. Es hat wirklich keine andere Bedeutung. Alle fragen immer, ist das vielleicht das wichtige Album. Wir haben halt irgendwann überlegt wie es heißen kann, dann hatten wir erst Nevermind oder Thriller zu Auswahl, die gab es dann aber schon. Und dann haben wir gesagt, nun ja, uns fällt aber nichts Besseres ein, haben dann das Foto gesehen und den Schriftzug und haben gedacht, och das sieht ja eigentlich gut aus, da fehlt nichts, also machen wir das einfach so.

Mrs. Couture*: Wie lange habt ihr gebraucht, bis ‚Beatsteaks‘ fertig war?
T.S.: Wir haben in zehn Tagen die Musik aufgenommen und in zehn Tagen den Gesang. Also alles in allem zwanzig Tage. Wir haben aber natürlich so knapp ein Jahr lang an den Liedern rumgeschraubt. Die Aufnahmezeit selber ging aber eigentlich recht schnell rum. Wir wollten eigentlich nur Demos aufnehmen und sind bei einem Freund in Berlin ins Studio. Moses unser Produzent meinte dann, ach wir lassen mal mitlaufen. Nach sieben Tagen meinte Moses zu Thomas und mir „ich glaube jetzt haben wir’s.“ - Und wir so: „Wie? Wat haben wir?“ Und er sagte nur: „ja, die Platte aufgenommen.“ Und er meinte: „ist doch gut so das Zeug, lasst das doch so.“. Wir haben dann gedacht, ja gut, dass lass uns das doch nehmen. Das war schon ein bisschen Glück. Bei der Platte davor hat’s fast nen Jahr gedauert und dann suchst du schon ein wenig und machst hier und da nochmal was. Ich war aber auch echt froh, dass die Platte dann fertig war, weil Moses im Januar dann auf Weltreise gegangen ist mit seiner Familie und meinte ich bin ab Ende Januar weg und da war ich froh, dass wir das so durch hatten mit ihm. Sonst hätten wir uns dann nochmal überlegen müssen, mit wem nehmen wir alles auf – aber so war dann alles geklärt, alles gemacht und deswegen fand ich es schon schön, dass es dann doch so schnell ging.

Mrs. Couture*: Seid ihr nach so vielen Jahren eigentlich noch nervös vor euren Auftritten?
T.S.: Ultra nervös. Immer. Aber alle fünf. Gehen mir immer tierisch aufn Sack vorm Konzert. Jeder für sich. Ich hab immer richtig schlechte Laune vorm Konzert, weil die Aufregung dann so körperlich anstrengend wird. Arnim singt sich ja im Bus immer warm, der ist also immer ein bisschen weg vorm Konzert, die anderen versuchen es untereinander mit Quatsch machen aber irgendwie sind alle immer ganz, ganz doll aufgeregt. Das wird auch glaube ich nicht aufhören. Es ist eine Mischung aus allem. Man will halt alles richtig machen, hat aber auch Bammel, irgendwie zu versagen und es ist ja auch eine freudige Sache – man hofft aber auch immer, dass die Leute mitmachen, dass sich da etwas entwickelt. Im Normalfall wird’s ein Konzert, was eine Clubatmosphäre kriegt, so wie heute Abend in der Halle Münsterland – so hoffe ich es zumindest. Manchmal klappt es, manchmal nicht. Ist natürlich schöner wenn es klappt, Logo.

Mrs. Couture*: Habt ihr Fans, die euch wirklich hinterher reisen – Gesichter, die immer wieder in der ersten Reihe auftauchen?
T.S.: Also wenn jemand in Bielefeld in der ersten Reihe stand, wird es einige geben, die in Münster auch wieder dabei sind. Es gibt schon einige, die dann so Regional alle Konzerte mitnehmen. Es gibt natürlich auch Leute, die schon um die siebzig Konzerte mitgenommen haben. Die erkennt man natürlich ein bisschen am Gesicht, mit ein paar unterhält man sich mittlerweile auch. Die sind ja auch größer und älter geworden mit der Musik. Die kommen dann echt weil sie die Band gut finden, das ist natürlich was Schönes. Ich find das schon manchmal komisch, dass die dann auch in Stockholm oder Buenos Aires zu sehen sind, aber sie  legen sich den Urlaub dann passend zur Tour, fahren mit, haben eine gute Zeit und sind glücklich, dass sie sich unsere Konzerte angucken können. Ich hab mich daran gewöhnt und finde es auch nicht schlimm, dass da schon der ein oder andere dabei ist den man kennt. Allerdings ist mir aufgefallen, dass das ein wenig gewechselt hat. Die alte erste Reihe ist jetzt in der zweiten Reihe und schaut was die neue nun so macht. Das ist aber immer ganz niedlich. Aber wir sind dennoch weit weg von so einem richtigen Rockstar Rummel.

Mrs. Couture*: Was war das verrückteste was ihr als Band gemacht habt?
Torsten's neues Tattoo: 4 Punkte
T.S.: Ach du sch… ja, also für sechs Konzerte zur Warped Tour nach Amerika zu fliegen, um da auf der Parkplatzbühne um zwölf Uhr zu spielen und in den meisten Fällen weil wir alle keine Arbeitsvisa hatten, durften wir auch nicht in den Bussen mitfahren. Die Polizei sieht ja das ist ne Band, die ist auf Tour, die sind am Arbeiten und wenn du dann da rausgezogen wirst, dann hätten wir direkt wieder nachhause fliegen können. Wir haben uns dann privat Autos gemietet und sind nachts los. Ich glaube Peters Frau ist Amerikanerin, wir sind dann da alleine durchs Land über die kanadisch-US amerikanische Grenze, um dann wieder nach Detroit zu fahren und dann wieder dahin zu fahren und dahin zu fahren, um dann mal heimlich im Bus zu sein. Das war schon ziemlich hohl und verrückt. Wir haben uns letzte Nacht gegenseitig tätowiert. Das machen wir immer wenn wir betrunken sind. Ich weiß auch nicht genau was das sein soll, was mir hier tätowiert wurde. Es sollten eigentlich vier Punkte sein, aber es sieht mehr aus wie vier kleine Ameisen, die ich hier auf meiner Hand habe. Also – das ist auch ziemlich hohl. Wobei, das passiert mir mittlerweile immer öfter. Es sollte aber glaube ich ein bisschen wie ein Würfel werden – aber ich hab keine Ahnung. Dennis unser Clown hat‘s tätowiert und Arnim hat es vorgezeichnet. Einer zeichnet vor, der andere tätowiert nach. Einer hat jetzt auch das Haus vom Nikolaus auf seiner Haut.

Mrs. Couture*: Ihr seid viel unterwegs. Ist die Band ein Stückweit Familie?
T.S.: Total. Also wir haben alle zuhause Familie, mit Lebenspartner oder auch mit Kind. Es gibt immer Parallelen zwischen der Beziehung in der Band und der mit dem Lebenspartner zuhause. Das ist mittlerweile schon Familie. Ich kenne die ja auch nun alle seit zwanzig Jahren. Man weiß relativ viel über die anderen und kann mittlerweile dann auch schon Gefühle des anderen im Gesicht ablesen. Ich weiß wenn Peter sauer ist, man kriegt alles mit. Es ist schön, wenn man sich auf den anderen gut einstellen kann. Allerdings ist es auch manchmal anstrengend, weil du auf Tour immer zusammen bist. Da muss man schon viele Gespräche führen, dass man sich nicht auf den Sack geht. Immer drüber reden. Genauso, wie man es zuhause auch machen sollte, damit es in der Beziehung funktioniert. Wenn man da nicht die Klappe aufkriegt, und sagt „Du, das und das stört mich, können wir mal drüber reden.“, dann klappt es halt nicht. Aber wir reden drüber und deswegen ist es ok.

Mrs. Couture*: Gibt es ein Bandmotto?
T.S.: Herz + Blitz = BS, das ist unser Bandmotto.

Mrs.Couture*: Hast du ein Lebensmotto?
T.S.: Nee nee, das ist mir zu wichtigtuerisch. Die neue Deichkind Platte – Niveau, Weshalb, Warum. Ich finde, das trifft die Sache auf den Punkt. Die haben echt geile Titel und mit dem könnte ich mich identifizieren: Niveau, Weshalb, Warum.

Mrs. Couture*: Was war die coolste Location in der ihr je aufgetreten seid?
T.S.: Das gibt’s ein paar. Ich finde das SO36 ist relativ starker Club, der gefällt mir gut in Berlin, die Kantine in Augsburg ist ein richtig toller Laden, der Parkplatz in Boston auf der Warped Tour war auch schön. Ich find auch die Halle hier in Münster toll, die sieht toll aus. Wir haben auch mal in einem kleinen Laden in Frankfurt gespielt wo nur sechzig Leute reingepasst haben. Das war auch toll. Wenn du in einen Club kommst, wo Leute jeden Tag Konzerte machen und davon leben, mehr schlecht als recht, du verdienst ja kaum Geld mit den Clubkonzerten, aber das ist schon toll. Da arbeiten dann auch meist die coolsten Leute, die haben jeden Tag ne andere Band, das finde ich schon ganz schön.

Mrs. Couture*: Was sind eure Pläne für 2015?
T.S.: Die 20 Jahr Feier. Wir haben das Berlin Konzert, was unter dem Motto steht – 20 Jahre Beatsteaks. Ich glaube, dass wir das ganze Jahr unter dieses Motto stellen. Das wird das Geburtstagsjahr. Man macht halt seine Konzerte, spielt vielleicht ein paar alte Lieder – aber ansonsten ist es das, was wir immer machen.  Wir hoffen, dass alle die kommen, inklusive uns fünfen, ne gute Zeit haben beim Konzert.

Mrs. Couture*: Gibt es etwas, was ihr euren Fans – unseren Lesern, mit ins Jahr 2015 geben möchtet?
T.S.: Ich möchte keinem irgendwelche Tipps geben, das find ich immer komisch. Das sollen die Leute selber machen, das soll jeder selber wissen. Nazis scheiße finden, das kann man sich ja nächste Jahr auf die Fahne schreiben. Das ist ja schon mal was. 

(ra)

+++ GEWINNSPIEL +++

Die Beatsteaks haben uns ein signiertes Album sowie ein signiertes Cover Brettchen für euch mitgegeben.   

Beachtet bitte: Es werden 2 Gewinner gezogen. Einer bekommt das Album, einer das Cover Brettchen. =)

Um am Gewinnspiel teilnehmen zu können, müsst ihr 
1. Fan von Mrs.Gold* sein (www.facebook.com/infomrsgold
2. Den Facebook-Link dieses Beitrags liken und öffentlich teilen
3. uns in einem Kommentar unter dem Facebook-Link zu diesem Beitrag verraten, welches euer liebstes Beatsteaks Lied ist
4. ordentlich Freunde zum mitmachen einladen*

Das Gewinnspiel startet am 12.12.14 und endet am 19.12.14. Versendet wird via Deutsche Post - es wird keine Haftung für verloren gegangene Sendungen übernommen.
Der Gewinner wird am 20.12.14 auf unserer Facebook Seite bekannt gegeben!
Das Gewinnspiel steht in keinerlei Verbindung zu Facebook

Ebenso steht Facebook nicht als Ansprechpartner für dieses Gewinnspiel zu Verfügung. 
Eine Barauszahlung des Gewinnes ist nicht möglich - der Rechtsweg ist ausgeschlossen!

Wir drücken euch die Daumen!!! =)

* das Einladen von Freunden ist optional.

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