Ira's Fabolous Friday

Hallo meine Lieben,


schön, dass ihr wieder da seid! Ich sitze gerade im Zug zurück nach Köln.
Die letzten 2 Tage stand ich für das Label „Madame Pierre“ in Luzern vor der Linse und ich hatte das große Glück, ein ganz tolles Team um mich herum zu haben. „Madame Pierre“ ist ein junges Bademode,- und Dessous Label, das von Sabrina Peter in der Schweiz gegründet wurde. Sie entwirft alle Stücke selbst und hat ein Händchen für liebevolle Details! An diesem Freitag möchte ich Euch gerne mit hinter die Kulissen nehmen und euch einen kleinen Einblick gewähren, wie letztendlich ein Lookbook oder eine Kampagne entsteht. Die Meisten haben ja dieses Bild vor Augen, dass man sich einmal von recht nach links dreht, kurz in die Kamera lächelt und das Bild im Kasten ist...Ja genau so, aber eben nur ganz anders ist die Realität :) 
Der erste Tag beginnt um 6 Uhr. Absolut nicht meine Zeit! Ich quäle mich aus dem Bett und mache noch ein kurzes 10-Minuten-Pilates-Bauch-Programm und dann geht’s ab zum Frühstück. Leider werde ich unausstehlich wenn ich morgens nichts esse und mit leerem Magen den Tag beginne... und das mag ich nun wirklich Niemandem antun! Um 7:45 Uhr ist Treffpunkt in der Location. Ein wahnsinnig schönes Hotel, Chateau Gütsch, auf einem Berg in Luzern, von dem man einen traumhaften Blick über die ganze Stadt hat! Ich habe ja mein Herz schon länger an die Schweiz und ihre einzigartige Landschaft verloren und als ich dort oben stand, wusste ich wieder warum! Nach kurzer Lagebesprechung geht es für die nächsten 1,5 Stunden in die Maske! 

Ich liebe es geschminkt zu werden und die Haare gemacht zu bekommen. Die letzte Zeit noch mal für mich zum entspannen.  :) Währenddessen  beginnt das Team,  bestehend aus Fotografen, Designerin, Fotoassistent und 2 weiteren Set Assistenten unseren Saal in ein Chaos zu verwandeln, im positiven Sinne natürlich. Stühle und Tische werden verrückt, Bilder abgehängt. Für das Set muss alles ganz perfekt sein, da Sabrina und ihr Freund (der gleichzeitig auch der Fotograf ist) Lorenz Walter, oder auch Lori, alles seeeeeeeeeeeeehr genau nehmen und mit viel Geduld und Liebe zum Detail bei der Sache sind.
Das Set steht, ich habe mein erstes Outfit, quasi ein Hauch von nichts, an und wir beginnen zu shooten. Mittlerweile ist es knapp 11 Uhr. Jedes Foto wird auf dem Laptop bis ins kleinste Detail begutachtet. Liegen die Beine vorteilhaft, ist der Blick zu verschlossen, der BH-Träger verdreht, die rechte Locke lockig genug. Ja, dann dauert so ein erster Schuss auch gleich mal 30 Minuten, aber selbstverständlich muss alles perfekt sein und gerade bei Lingerie muss alles 100% stimmig sein.

Der 1.  Outfit-Wechsel steht an und jetzt wird’s ziemlich sexy. Natürlich ist es für mich als Model auch nicht immer ganz einfach, so leicht bekleidet vor dem Kunden zu stehen, aber Augen zu und durch. Es war definitiv einfacher sich mit der Situation anzufreunden, da wir uns auf Anhieb alle super verstanden haben und sehr viel Spaß hatten. Da ist die ganze Anspannung im Nu verflogen. Nach diesem Set folgt ein Make–Up-Wechsel. Die Zwischenzeit wird  wieder genutzt, um die Möbel erneut umzustellen und für noch mehr Chaos zu sorgen! Natürlich berechtigt und erlaubt :) Auch dieses Outfit wird von vorne und hinten geshootet. Die Aufnahmen werden in erster Linie für das Lookbook verwendet und die Kunden müssen natürlich auch die Rückansicht kennen. Also noch mal Augen zu und durch. Den Hintern im wahrsten Sinne des Wortes in die Kamera zu halten ist doch schon recht komisch, aber ich denke meiner kann sich schon sehen lassen. Mittlerweile ist es schon 14 Uhr und endlich steht die Mittagspause an. Sehr „modelfreundliches Essen“ wurde bereit gestellt: Salate, Obst - und ja ok - auch Berliner und andere „Leckereien“, von denen ich mittlerweile sehr gut die Finger lassen kann! Außerdem kann ich an solch einem Tag auf einen aufgeblähten „Nasch-Bauch“ gut verzichten. Sowas gönn ich mir dann an anderen Tagen! ;-) Nach der Pause geht’s weiter mit dem Umbau und das 4. Outfit steht an. Ich merke wie gut wir am Set mittlerweile harmonieren. Sabrina und Lori lassen mir in Sachen Posing freie Hand und freuen sich über so viel Eigeninitiative. Ich kann auch schlecht nach genauen Vorgaben arbeiten. Es gibt Kunden, die wollen für ein Foto genau DIESE Pose, am besten haben sie noch das Bild ausgedruckt und das muss zu 100% nachgestellt werden. Ich mag es dann doch lieber sich freier zu bewegen und habe damit auch die besseren Erfahrungen gemacht.

Das haben wir dann schon nach 15 Minuten im Kasten. Zum Schluss knipsen wir noch den Body - Ziemlich durchsichtig und verdammt sexy. In solch einem Dress wird man normal nur vom Partner gesehen, aber heute „dürfen“ auch die schaulustigen Hotel Gäste, die sich durch den Türschlitz einen Blick erhaschen, zuschauen.
Wenn ich ihnen damit eine Freude bereitet habe, dann bitte. :-) Jetzt wird’s noch mal seeeeeeeeehr genau. Das Licht ist nicht so, wie es sein sollte: der Body wirft Falten, wenn ich mich zu sehr verbiege. Die Aufnahme von hinten will auch nicht richtig gelingen. Eine gefühlte Ewigkeit vergeht und die Schuhe waren vor 15 Minuten auch noch bequemer, als jetzt gerade. Das frühe Aufstehen macht sich langsam bemerkbar, trotz dessen versuchen wir alles mit viel Humor wieder gerade zu bügeln! Na endlich! Gefühlte 100 Stunden später haben wir auch das geschafft und der wohlverdiente Feierabend steht an, jedenfalls für mich. Das restliche Team bereitet noch die Location für den nächsten Tag vor. Die vier Müllsäcke voller Kissen werden in einer Ecke drapiert, 100 Pappschachteln werden mit Geschenkband verschönert. Das schlechte Gewissen packt mich schon, als ich zurück zum Hotel fahre, aber schließlich brauche ich Schlaf! Ganz viel davon! :) „Und täglich grüßt das Murmeltier“ ist der erste Gedanke, als der Wecker erneut um 6.00 Uhr klingelt. Ab auf den Boden, ein paar Übungen, Dusche, Frühstück und ab zum Chateau. Der Saal hat sich seit gestern definitiv verändert! Eine Ecke ist in eine Kissenlandschaft verwandelt worden, in der ich am liebsten gleich noch mal ein kleines Nickerchen halten würde. Aber bringt ja alles nichts, die Maske ruft. Ein paar Pinselschwünge und Haarspray Sprüher später bin ich startklar! 

Und gleich zu beginn darf ich mich zwischen den Kissen drapieren. Die Kamera wurde auf einem Gerüst befestigt und schwebt jetzt über mir. Es ist schon gar nicht so leicht sich sexy zu räkeln, die Füße überkreuzt beieinander zu halten, die Arme in einem genauen, nicht zu großen, aber auch nicht zu kleinem Winkel, über dem Kopf mit den Handflächen nach innen zu legen, dabei ein Hohlkreuz zu machen, den Bauch ein zuziehen, die Haare richtig legen und jetzt mega entspannt und verführerisch gucken und dabei bitte noch auf die Höhe des Kinns achten! Puh! :) Klar, ich mache täglich auch nichts anderes! Wenigstens darf ich liegen und muss nicht auf 15cm balancieren! Man muss ja immer das Positive sehen, richtig? Den kritischen Augen von Sabrina entgeht natürlich nichts und so beginnt die Zuppelei am BH und die Strähne muss auch anders liegen. Und dann: Die Entscheidung ist gefallen! Das Bild ist im Kasten, aber dieses Mal mag ich noch gar nicht fertig sein es ist einfach zu gemütlich hier. Vorletztes Outfit, neue Frisur, Make Up auffrischen. Dieses Bild ist das wahrscheinlich Wichtigste. Es wird das Cover vom Lookbook. Dazu hat das Team die ganzen Stühle aufeinander gestapelt und das nicht einfach so, NEIN, sondern im kleinsten Detail alles genau berechnet.
 
Dieses Bild haben wir zum Glück auch recht schnell. Zu schnell, wie Lori findet, denn der Aufwand der hinter den Kulissen dafür betrieben wurde, war einfach zu groß.
Der Feierabend naht!!!! Da wir die Location bis 13 Uhr geräumt haben müssen, steht uns die Zeit etwas im Nacken! Die Pakete, die am Vortag noch mit Schleifen besetzt wurden, werden nun auf zwei exakt abgestimmten Stapeln aufeinander gestellt. Um ehrlich zu sein, weiß ich gar nicht mehr, wie das abgelaufen ist. Als ich nach 30 Minuten aufgewacht bin, stand alles schon. Man darf mich eben nicht auf eine Couch zum Warten setzen. Ich schlafe nun mal für mein Leben gerne und egal wo und wann, wenn sich die Gelegenheit ergibt, bin ich mal kurz weg. Ich habe den Stromausfall, der mir 15 Minuten „Napping“ beschafft hat, deswegen auch leider nicht mitbekommen, danke ihm aber. Der Body kommt noch mal zum Einsatz und hier geht es jetzt wirklich um Millimeterarbeit.

Die Geschenkberge wurden im genauen Abstand zueinander gebaut und ich muss mich genau in der Mitte befinden, damit das Bild auch den gewünschten Effekt hat. Ab jetzt heißt es nur noch: „Drei cm nach links, vier nach vorne, einen kleeeeeeeeeeinen nach links , ja und jetzt die Füße einen Tick noch mehr zusammen, die Oberschenkel schließen und nicht so sehr verbiegen, weil die Falten sonst zu groß sind“, „genauso halten.... ach nee, doch nach rechts... ok und wieder nach links, Blick zur Seite und nicht so viel vom BH verdecken“, „kann mal jemand die Strähne nach hinten stecken die verdeckt zu sehr das Gesicht, und der BH Träger muss gerichtet werden." 40 Minuten haben wir also für das perfekte Foto gebraucht! Und der Zeitaufwand hat sich definitiv gelohnt! Die Fotos sehen auf dem Laptop schon klasse aus. Alle sind zwar ein wenig erschöpft, aber dennoch sehr zufrieden mit den Ergebnissen! 
Team Work!!! :)

Job Done! Kunden glücklich gemacht und auf geht’s zum Bahnhof. Der nächste Auftrag steht schon in den Startlöchern! Ich freue mich riesig auf die Ergebnisse und werde Euch sicher Teil haben lassen!


Hier noch ein Schnappschuss vom Team als Erinnerung – „Ein bisschen Spaß muss sein!“


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